Beispiel Fotoarchiv

Scannen von Negativen im Stadtarchiv Frauenfeld

Seit 1979 ist das Stadtarchiv Frauenfeld im Besitz des Bildarchivs der Fotografenfamilie Jakob Bär. Es umfasst mehrere tausend Negative auf Glas und Zelluloid und verschiedenste Formate – eine weitaus grössere Anzahl als zunächst geschätzt worden ist. Die frühesten noch erhaltenen Fotografien entstammen den 1890er Jahren, die jüngsten wurden 1964 aufgenommen.

   

Den grössten Teil des Bestands stellen die Einzel- und Gruppenporträts, die überwiegend im Bär'schen Fotostudio entstanden. Zudem fotografierten die Bärs im Auftrag von Firmen Geräte und Maschinen. Gemeinsam mit den Landschafts- und Gebäudefotografien lässt sich mit dieser Sammlung der Wandel der Zeit, aber auch der fotografischen Praxis bildhaft nachvollziehen. Die meisten Aufnahmen können sogar einem Auftraggeber zugeordnet werden, da ihre Namen in den ebenfalls archivierten Auftragsbüchern dokumentiert sind.

Es stellte sich mit der Zeit die Frage, wie dieser äusserst wertvolle Bestand langfristig erhalten und zugänglich gemacht werden könnte. 2008 wurde beschlossen, die Negative zu digitalisieren und auf Micrographic-Filmen langzeitarchivierbar zu machen. So entstand die Zusammenarbeit mit der Fachlabor Gubler AG. Gemeinsam mit der Auftaggeberin wurden die Auswahlkriterien für die Sicherung der Negative erarbeitet. Die Fachlabor Gubler AG übernahm auch die Reinigung der Negative sowie die konservatorisch sinnvolle Umverpackung.

  

Während des Erfassens wurde automatisch eine neue Nummer vergeben, die fortan als Identifikationsnummer verwendet wird. Ausserdem erhielt jeder Datensatz einen Titel, allfällige Bemerkungen, Angaben zu Format, Vorlage, Farbe, Zustand und zur Verfilmung. Auch wurden Negative, die aufgrund ihres konservatorischen Zustandes oder der inhaltlichen Wiederholung nicht archivierbar waren, von der Fachlabor Gubler AG kassiert.

Dank dieser gründlichen Vorarbeit ist es möglich, die Erschliessungsarbeit im Stadtarchiv auf die wissenschaftliche Recherche und die Ergänzung aus den Auftragsbüchern zu konzentrieren. Mithilfe der Archivsoftware Scope können die Bilder nun tiefer erschlossen und archiviert werden. Für eine kleine Ausstellung, die vom November 2008 bis Januar 2009 stattfand, erstellte die Fachlabor Gubler AG zudem mehrere mittel- und grossformatige Abzüge.